Kunst Ökonomie Ware Design

Die Kunst und ihr Außen als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 3.430 KB)

spacer

Die Kunst und ihr Außen – Am Beispiel von Claes Oldenburgs The Store

in: Zwischen „U“ und „E“. Grenzüberschreitungen in der Musik nach 1950, hrsg. von Friedrich Geiger und Frank Hentschel, Frankfurt am Main 2011, S. 173 – 194.

„The store is born in contorted drawings of the female figure and in female underwear and legs, dreams of the proletarian Venus, stifled yearnings which transmute into objects, brilliant colours and grossly sensuous surfaces.“ (Oldenburg, Notiz, New York, 1961)

Einleitung

Spätestens seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts thematisiert der kritische Diskurs über die bildende Kunst ausführlich deren ökonomische Verwicklungen, zugleich wird eine ästhetische Reflexion der Kunstwerke selbst auf ihr Verhältnis zur Konsumkultur auffällig. So lässt sich etwa beobachten, dass sich die bildende Kunst einerseits von den Gebrauchsgütern und vom Design emphatisch abgrenzte, andererseits aber diesen Grenzverlauf immer wieder in irritierender Weise inszenierte, problematisierte und revidierte. Gerade über die Auseinandersetzung mit der Warenästhetik scheint sie ihr Selbstverständnis zu überprüfen und sich gesamtgesellschaftlich zu verorten.
Die folgenden Ausführungen werden von der Annahme geleitet, dass sich diese Entwicklung als durchaus differierendes Pendant zu dem in diesem Band diskutierten Entgrenzungserscheinungen zwischen ‚populärer‘ und ‚ernsthafter‘ Musik verstehen lässt. Denn das System einer Musik, die in bestimmte Sparten und getrennte Produzenten und Öffentlichkeiten unterteilt ist und dessen Subsysteme entweder auf kommerziellen Profit und auf Massentauglichkeit ihrer Produkte oder aber auf eine elitär-hochkulturelle bzw. subkulturelle Gemeinde ‚anspruchsvoller‘ Musik zielen – dieses System scheint es im Gebiet der bildenden Kunst nicht zu geben. Die Grenzziehungen und -verwischungen verlaufen hier anders, nämlich zwischen der ‚Kunst‘ und ihrem ‚Außen‘. Um diese Annahme genauer zu begründen, sollen die institutionellen, medialen und ökonomischen Rahmenbedingungen des Feldes der bildenden Kunst beschrieben und von denen des Feldes der Musik abgegrenzt werden.
Dafür sollen einige gegenwärtige Tendenzen des Kunstmarktes sowie des Museums- und Ausstellungswesens skizziert werden, um daran anschließend am konkreten Beispiel von Claes Oldenburgs The Store die spannungsreiche Konstellation von Kunst und Konsum zu konkretisieren. Der Aufsatz ist nicht im strengen Sinne komparatistisch angelegt, sondern konzentriert sich auf die bildende Kunst. Er ist als Komplement zu den anderen, musikwissenschaftlichen Beiträgen in diesem Band konzipiert – allerdings in der Hoffnung, dass von ihm aus ein erhellendes Licht auf die Musik fällt.

Punkt Einleitung
Pfeil Kapitel I: Die institutionelle Perspektive
Kapitel II: Die mediale Perspektive
Kapitel III: Die Popularität der Kunst, oder: Gibt es in der bildenden Kunst einen Bereich des ‚U‘?
Kapitel IV: Die Kunst und ihr Außen
Kapitel V: Ein konkretes Beispiel: Claes Oldenburgs ‚The Store‘
Kapitel VI: Die ‚Beseelung‘ der Dinge
Kapitel VII: Die Störung der ästhetischen Grenze
spacer
Die Kunst und ihr Außen als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 3.430 KB)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.