{"id":551,"date":"2010-12-19T09:35:36","date_gmt":"2010-12-19T07:35:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/?p=551"},"modified":"2010-12-19T09:35:36","modified_gmt":"2010-12-19T07:35:36","slug":"stoff-form-materie-inhalt-dualismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaelluethy.de\/scripts\/stoff-form-materie-inhalt-dualismus\/","title":{"rendered":"Stoff Form Materie Inhalt Dualismus"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/formdynamisierung.pdf\"><span style=\"font-family: verdana; font-size: xx-small;\">Zwei Aspekte der Formdynamisierung als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 2.193 KB)<\/span><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" alt=\"spacer\" width=\"10\" height=\"20\" \/><\/p>\n<h2>Zwei Aspekte der Formdynamisierung in der Kunst der Moderne<\/h2>\n<p><small><\/p>\n<p>in: Form. Zwischen \u00c4sthetik und k\u00fcnstlerischer Praxis, hrg. v. Armen Avanessian, Franck Hofmann, Susanne Leeb und Hans Stauffacher, Z\u00fcrich\/Berlin 2009, S. 167-188. <\/small><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Die moderne Kunst beginnt in genau dem Augenblick, in dem dieselben Ursachen aufh\u00f6ren, dieselben Wirkungen hervorzubringen. Sie vereitelt die Reproduktion des Gleichen, die Zeugung desselben durch dasselbe.&#8220;<\/em> (Denis Hollier)<\/p>\n<\/blockquote>\n<h3>Einleitung<\/h3>\n<p>Seit Aristoteles&#8216; <em>Metaphysik<\/em> ist der Formbegriff in den Dualismus von Stoff und Form eingespannt. Im Bereich der bildenden Kunst entfaltet sich dieser auf zweierlei Weise: als Dualismus von Form und Inhalt sowie als Dualismus von Materie und Form. Die Stellung des Formbegriffs in diesen beiden Begriffskoppelungen ist allerdings kontr\u00e4r. Wird (wie in der \u00e4lteren Kunsttheorie) das Kunstwerk als Repr\u00e4sentation aufgefasst, erscheint der Inhalt als dessen eigentlicher Gehalt. So verfuhr auch die lange Zeit ma\u00dfgebliche kunstwissenschaftliche Methode der Ikonologie, die den Inhalt als das \u201aWesen&#8216; des Kunstwerks, die Form (bzw. den \u201aStil&#8216;) hingegen lediglich als dessen Gef\u00e4\u00df begriff. Zur Kunst der Moderne passten das ikonologische Kunstverst\u00e4ndnis und das ihm zugrunde liegende Repr\u00e4sentationsmodell immer weniger. Die normativen Inhalte, die insbesondere die hohen Bildgattungen der religi\u00f6sen und profanen Historienmalerei mit darstellungsw\u00fcrdigen Stoffen versorgt hatten, fielen im 19. Jahrhundert allm\u00e4hlich aus oder liefen leer, mit der Folge, dass die ikonologisch bestimmbare Inhaltsseite zunehmend schwerer als der Gehalt der Kunst betrachtet werden konnte. Das Ende dieses Modells war mit der ungegenst\u00e4ndlichen Kunst erreicht, welche die Unterscheidung von au\u00dferk\u00fcnstlerisch vorgegebenem Inhalt und k\u00fcnstlerisch realisierter Form undurchf\u00fchrbar werden lie\u00df. Hier nun setzten Form\u00e4sthetiken an, f\u00fcr welche die Formgebung das Entscheidende am Kunstwerk war. Im \u00dcbergang von der Inhalts- zur Gestalt\u00e4sthetik vollzog sich zugleich der Wechsel vom Begriffspaar Form\/Inhalt zum Begriffspaar Materie\/Form, und in diesem letzteren dominierte eindeutig der Pol der Form. Das Verm\u00f6gen der Kunst bestand nun nicht mehr in der Veranschaulichung signifikanter Inhalte, den die Form lediglich \u201atransportierte&#8216;, sondern in der Leistung, Materie (Leinwand, Farbe, Holz oder Stein) in sinnhafte Form zu verwandeln, wof\u00fcr das Bildsujet h\u00e4ufig nur noch den \u00e4u\u00dferlichen Anlass bildete. <\/p>\n<p>Was meint nun angesichts dieser beiden Begriffsdualismen \u201aDynamik der Form&#8216;? Meine These lautet: Was sich in der Kunst der Moderne dynamisiert, ist nicht allein die Form (als unvollendete, offene, seriell wiederholte oder ephemere Form), sondern vielmehr die Relation der jeweils verkoppelten Begriffe. Die <em>Relation von Form und Inhalt dynamisiert sich<\/em>, indem die jeweilige Auffassung der k\u00fcnstlerischen Form dar\u00fcber entscheidet, was dem Kunstwerk als Inhalt zugeschrieben wird, und die jeweilige Bestimmung des Inhalts dar\u00fcber entscheidet, wie die k\u00fcnstlerische Form uns erscheint. Fraglich wird hier das Kunstwerk als Kommunikat. Die <em>Relation von Materie und Form dynamisiert sich<\/em>, indem das Kunstwerk die Formgebung als einen Prozess offenlegt. Der Streit zwischen Materie und Form wird auf Dauer gestellt, das Unvollendbare oder die Umkehrbarkeit des Formprozesses als Kunstwerk ausgestellt. Fraglich wird hier das Kunstwerk als Artefakt.<\/p>\n<p>Beide Dynamisierungsprozesse sind, wie im Folgenden deutlich werden wird, eng miteinander verflochten. Aus analytischen Gr\u00fcnden sollen sie gleichwohl getrennt und nacheinander analysiert werden. Dies geschieht jeweils anhand von exemplarischen Werkbeispielen, womit dem Umstand Rechnung getragen wird, dass die Formdynamisierung in jedem Kunstwerk spezifisch ist. <\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/punkt.gif\" alt=\"Punkt\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/stoff-form-materie-inhalt-dualismus\/\">Einleitung<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pfeil.gif\" alt=\"Pfeil Performance\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/form-inhalt-betrachter-raffael-manet-still\/\">Kapitel I: Form\/Inhalt: Die Dynamisierung der Kunst als Kommunikat<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/materie-form-valery-stella-oldenburg\/\">Kapitel II: Materie\/Form: Die Dynamisierung des Kunstwerks als Artefakt<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px;\"><\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" alt=\"spacer\" width=\"10\" height=\"20\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px;\"><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/formdynamisierung.pdf\">Zwei Aspekte der Formdynamisierung als Druckversion (PDF mit Abb. u. 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