{"id":306,"date":"2009-01-08T09:56:31","date_gmt":"2009-01-08T07:56:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/?p=306"},"modified":"2009-01-08T09:56:31","modified_gmt":"2009-01-08T07:56:31","slug":"arnold-gehlen-nationalsozialismus-entartete-kunst-moderne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaelluethy.de\/scripts\/arnold-gehlen-nationalsozialismus-entartete-kunst-moderne\/","title":{"rendered":"Arnold Gehlen Nationalsozialismus Entartete Kunst Moderne"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/arnold-gehlen.pdf\"><span style=\"font-family: arial; font-size: xx-small;\">Arnold Gehlen &#8222;Zeit-Bilder&#8220; als Druckversion (PDF 412 KB) <\/span><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" alt=\"spacer\" width=\"10\" height=\"20\" \/><\/p>\n<h2>Die innere Galeere der Freiheit. Zu einigen Motiven in Arnold Gehlens &#8222;Zeit-Bildern&#8220;<\/h2>\n<p><small>in: Neue Z\u00fcrcher Zeitung, Nr. 159, 12.\/13.7.1997, S. 66.<\/small><\/p>\n<h3>Kapitel III: Stetigkeit des Denkens<\/h3>\n<p>Gehlen ist selbst biographisch und wissenschaftlich tief in den Nationalsozialismus verstrickt. Er distanzierte sich sp\u00e4ter nie von seinem damaligen Denken, sondern strich aus seinen Texten lediglich die kritischen Passagen. Es liegt auf der selben Linie, wenn er noch 1960 mit Argumenten hantiert, die 1937 die S\u00e4uberung der Kunst zu legitimieren hatten. Der Ton klingt sachlicher, V\u00f6lkisches fehlt, und die schlimmsten Anw\u00fcrfe werden nicht auf bestimmte K\u00fcnstler, sondern auf eine eigent\u00fcmlich anonyme Moderne bezogen, die irgendwo zwischen dem Impressionismus und der eigenen Gegenwart schwebt.<\/p>\n<p>Gehlen begegnet der modernen Kunst mit einer Aggressivit\u00e4t, die vermuten l\u00e4sst, die Kunst habe hier wie so oft Ressentiments aufzufangen, die sich gegen anderes richten. Was Gehlen an der Kunst kritisiert, meint denn auch die Gesellschaft im ganzen: die angebliche Nivellierung nach unten, die Inflation der Subjektivit\u00e4ten, das Schwinden des Gehorsams, der allgemeine Sittenzerfall. Und der K\u00fcnstler wird angegriffen als derjenige, in dem das Haltlose des modernen Menschen beispielhafte Gestalt gewinnt. Das Indirekte der Attacke geh\u00f6rt ebenfalls zur &#8222;sonderbar verschl\u00fcsselten Beweisf\u00fchrung&#8220; (Gadamer) des Buches, und vielleicht ist sie die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum sich hier Passagen von einer Drastik finden, die Gehlen gew\u00f6hnlich meidet. Umso seltsamer mutet es an, dass die &#8222;soziologische&#8220; Seite der &#8222;Zeit-Bilder&#8220; so wenig Widerspruch hervorrief. Gehlens Argumentation darf jedoch auch dann nicht ausgeblendet werden, wenn nur die so diskutabel erscheinende These von der &#8222;Kommentarbed\u00fcrftigkeit&#8220; der modernen Kunst aufgegriffen wird. Zu dicht ist diese These mit dem Ganzen des Buches verwoben.<\/p>\n<p>Der wissenschaftlichen Qualit\u00e4t und dem Denkstil der &#8222;Zeit-Bilder&#8220; ist es angemessen, zwar der popul\u00e4ren Kulturkritik Schlagworte geliefert zu haben, jedoch nicht in den Kanon moderner \u00c4sthetik und Kunstwissenschaft aufgenommen worden zu sein. Insofern haben sich die &#8222;Zeit-Bilder&#8220; nicht &#8222;institutionalisiert&#8220;. Gehlen aber wusste selbst, dass &#8222;die \u00dcberlebenszeit einer Gesinnung, der die Aussenst\u00fctzung durch Institutionen entzogen ist, eine messbare Dauer von h\u00f6chstens zwei bis drei Generationen hat.&#8220;<\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/arnold-gehlen-zeit-bilder-kommentarbeduerftigkeit-aesthetik-soziologie\/\">Kapitel I: Einleitung<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/arnold-gehlen-mensch-maengelwesen-kunst-funktion\/\">Kapitel II: Die Kunst als F\u00fchrungselement<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/punkt.gif\" alt=\"Punkt Gehlen\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/arnold-gehlen-nationalsozialismus-entartete-kunst-moderne\/\">Kapitel III: Stetigkeit des Denkens<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px;\"><\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" alt=\"spacer\" width=\"10\" height=\"20\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px;\"><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/arnold-gehlen.pdf\">Arnold Gehlen &#8222;Zeit-Bilder&#8220; als Druckversion (PDF 412 KB) <\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arnold Gehlen &#8222;Zeit-Bilder&#8220; als Druckversion (PDF 412 KB) Die innere Galeere der Freiheit. 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