{"id":183,"date":"2008-09-02T07:49:34","date_gmt":"2008-09-02T05:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/?p=183"},"modified":"2008-09-02T07:49:34","modified_gmt":"2008-09-02T05:49:34","slug":"kocherscheidt-malerei-skulptur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaelluethy.de\/scripts\/kocherscheidt-malerei-skulptur\/","title":{"rendered":"Kocherscheidt Malerei Skulptur"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/kocherscheidt-brustrauschen.pdf\"><font face=\"arial\" size=\"1\">Kocherscheidt &#8211; Sartre &#8211; Rihm als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 34.100 KB)<\/font><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"10\" height=\"20\" alt=\"spacer\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" \/><\/p>\n<h2>&#8222;Ein Lob dem groben Schnitt, dem brechenden Rand und der Bildentgleisung.&#8220; Kocherscheidt &#8211; Sartre &#8211; Rihm<\/h2>\n<p><small>in: Brustrauschen. Zum Werkdialog von Kurt Kocherscheidt und Wolfgang Rihm, hrsg. von Heinz Liesbrock, Stuttgart 2001, S. 28-53.<\/p>\n<p><\/small><br \/>\n<em>F\u00fcr Andreas Cremonini<\/em><\/p>\n<h3>Kapitel I<\/h3>\n<p>Betritt man den Raum des Morat-Instituts, den Kurt Kocherscheidt selbst eingerichtet hat, dann fallen zwei Besonderheiten ins Auge, die seinen spezifischen Umgang mit dem Medium des Bildes bezeugen. Zum einen begegnen wir hier skulpturalen Werken, die der dezidierte Maler, der Kocherscheidt war, erst sp\u00e4t in seinem Werk zu entwickeln begann. In der Nachbarschaft zu den Bildern wird sogleich sp\u00fcrbar, da\u00df diese Skulpturen eine Konsequenz seines malerischen Ansatzes sind. Er selbst hat es so in seinen Lebens- und Werkerinnerungen, die den doppeldeutigen Titel &#8222;Das fortlaufende Bild&#8220; tragen, beschrieben. Von welcher Konsequenz, von welchem malerischen Ansatz k\u00fcnden sie? Was veranla\u00dfte ihn, mit einem Mal das vertraute Medium zu wechseln und das Bild zu \u00fcberschreiten?<\/p>\n<p>Die andere Beobachtung betrifft die signifikante Art und Weise, in der Kocherscheidt seine Malereien geh\u00e4ngt hat. Unter Ausstellungsbedingungen werden Bilder \u00fcblicherweise entlang einer Horizontalen plaziert, die ungef\u00e4hr mittig und wie ein imagin\u00e4rer Horizont durch die Bilder l\u00e4uft. Von dieser einmittenden Linie erstrecken sie sich entsprechend ihrer Gr\u00f6\u00dfe mehr oder weniger nach oben und nach unten. Dieser imagin\u00e4re Bildhorizont definiert die Beziehung von Betrachterauge und Bild, dadurch erh\u00e4lt selbst das flachste Bild den Charakter einer illusionistischen Vertiefung. Kocherscheidt hingegen hat seine Bilder so geh\u00e4ngt, da\u00df deren jeweilige Oberkanten die den verschiedenen Bildern gemeinsame, umlaufende Linie bilden. Diese Linie liegt sehr hoch, weit \u00fcber dem Auge des Betrachters. Von ihr scheinen die Bilder gleichsam herabzuh\u00e4ngen. Sie werden damit zu eigentlichen Bildst\u00fccken, so wie man von Fleisch- oder Holzst\u00fccken spricht &#8211; sie sind <em>morceaux<\/em>statt <em>tableaux<\/em>, wie es die kunstkritische Terminologie des 19. Jahrhunderts nannte. Das Herabh\u00e4ngen akzentuiert ihre Dichte und Undurchdringlichkeit sowie ihren Anti-Illusionismus. Da\u00df die Skulpturen jeweils sockellos auf dem Boden stehen und (mit einer einzigen Ausnahme) an die Wand gelehnt sind, scheint sich dem selben Impuls zu verdanken. Doch welchem?<\/p>\n<p>Die beiden Beobachtungen betreffen vor allem das Sp\u00e4twerk, wenn man bei Kocherscheidts fr\u00fchem Tod legitim von einem solchen sprechen darf. Sie dienen mir als Hinweise f\u00fcr den Versuch, vom Ende her den k\u00fcnstlerischen Weg nachzuzeichnen, den Kocherscheidt ging. Es ist ein Weg, der \u00e4u\u00dferst konsequent erscheint, so als w\u00e4re er durch eine einzige Frage gebahnt worden.<\/p>\n<table>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" alt=\"Punkt Marcel Duchamp\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/punkt.gif\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/kocherscheidt-malerei-skulptur\/\">Kapitel I<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" alt=\"Marcel Duchamp Pfeil\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pfeil.gif\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/kocherscheidt-suedamerika-sartre-ekel\/\">Kapitel II<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/kocherscheidt-illusionismus-ding-leib\/\">Kapitel III<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/kocherscheidt-bild-objekt-verkoerperung-skulptur\/\">Kapitel IV<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/kocherscheidt-spaetwerk-wolfgang-rihm\/\">Kapitel V<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px\"><\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"10\" height=\"20\" alt=\"spacer\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px\"><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/kocherscheidt-brustrauschen.pdf\">Kocherscheidt &#8211; Sartre &#8211; Rihm als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 34.100 KB)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kocherscheidt &#8211; Sartre &#8211; Rihm als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 34.100 KB) &#8222;Ein Lob dem groben Schnitt, dem brechenden Rand und der Bildentgleisung.&#8220; Kocherscheidt &#8211; Sartre &#8211; Rihm in: Brustrauschen. Zum Werkdialog von Kurt Kocherscheidt und Wolfgang Rihm, hrsg. von Heinz Liesbrock, Stuttgart 2001, S. 28-53. 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