{"id":161,"date":"2008-07-24T09:21:02","date_gmt":"2008-07-24T07:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/pop-art-konsum-high-und-low-konzeptkunst\/"},"modified":"2008-07-24T09:21:02","modified_gmt":"2008-07-24T07:21:02","slug":"pop-art-konsum-high-und-low-konzeptkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaelluethy.de\/scripts\/pop-art-konsum-high-und-low-konzeptkunst\/","title":{"rendered":"Pop Art Konsum high und low Konzeptkunst"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/konsumgut-deutsch.pdf\"><font face=\"arial\" size=\"1\">Konsumgut in der Kunstwelt als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 2.019 KB)<\/font><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"20\" width=\"10\" alt=\"spacer\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" \/><\/p>\n<h2>Das Konsumgut in der Kunstwelt &#8211;  Zur Para-\u00d6konomie der amerikanischen Pop Art<\/h2>\n<p><small>in: Shopping. 100 Jahre Kunst und Konsum, hrsg. von Max Hollein und Christoph Grunenberg, Katalog Schirn Kunsthalle Frankfurt\/M., Ostfildern-Ruit 2002, S. 148-153. <\/small><\/p>\n<h3>Abschnitt I<\/h3>\n<p>In den 1960er Jahren schien sich die Kunst in offensiver Weise all dessen zu entledigen, was bislang als Teil ihres Begriffs angesehen werden konnte. Sch\u00f6nheit, Exklusivit\u00e4t, Individualit\u00e4t, Bedeutsamkeit, Kunstfertigkeit, Komplexit\u00e4t, Tiefe, Originalit\u00e4t waren mit einem Mal keine verbindlichen Kategorien mehr. Nicht die Verteidigung der k\u00fcnstlerischen Autonomie, die noch unmittelbar zuvor von der amerikanischen und europ\u00e4ischen Abstraktion hochgehalten wurde, sondern deren Preisgabe avancierte zum k\u00fcnstlerischen Programm. Die amerikanische Pop Art manifestierte die radikale Positionsverschiebung auf besonders augenf\u00e4llige Weise. Wie die Kunst sich hier ihrem &#8222;Anderen&#8220;, dem Konsum und seinen banalen Hervorbringungen, anzun\u00e4hern begann, kam einem schweren Tabubruch gleich. Beides schien ineinander zu flie\u00dfen, nicht nur aufgrund der Themenwahl, sondern auch aufgrund der Fertigung in gr\u00f6\u00dferen St\u00fcckzahlen, wie es im Falle der so genannten Multiples geschah. Doch richtig &#8222;popul\u00e4r&#8220;, wie es der Name suggeriert, wurde die Pop Art gleichwohl nur bedingt. &#8222;Popul\u00e4r&#8220; ist ihr ikonografischer Bezug auf die selbstverst\u00e4ndlichen Ph\u00e4nomene der modernen Warenwelt, &#8222;unpopul\u00e4r&#8220; aber blieb an ihr, dass sie die selbstverst\u00e4ndlichen Ph\u00e4nomene gegen ihre Selbstverst\u00e4ndlichkeit thematisierte. Die Pop Art war keineswegs ein blo\u00dfer Spiegel der Wirklichkeit, sondern zwischen Ding und Abbild fand eine \u00dcbertragungs-Operation statt &#8211; oder, wie Roy Lichtenstein es formulierte, eine &#8222;signifikante Interaktion&#8220;. Darin wurde etwas sichtbar, was die Pop Art mit der zeitgleich entstehenden Konzeptkunst verband: Die K\u00fcnstler begriffen sich nicht nur als Hersteller eines Artefakts, sondern befragten zugleich die kulturellen, institutionellen und diskursiven &#8222;Rahmungen&#8220;, in denen die Produktion und die Rezeption von Kunst stattfanden. So brachte die scheinbar gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Ann\u00e4herung von Kunst- und Konsumg\u00fctern die alten Unterschiede zwischen Kunst und Nicht-Kunst &#8211; zwischen Schein und Sein, \u00c4sthetischem und Funktionalem, &#8222;Oberfl\u00e4chlichem&#8220; und &#8222;Tiefem&#8220; &#8211; keineswegs zum Verschwinden, sondern lie\u00df sie erneut und auf besonders brisante Weise aufbrechen. Ausgerechnet die Pop Art, die als &#8222;Entkunstung&#8220; der Kunst erschien, trug aufgrund ihrer Reflexivit\u00e4t und Konzeptualit\u00e4t wesentlich dazu bei, dass die Kunst sich in einer Zeit des Umbruchs behaupten, ja sogar radikal erneuern konnte. Doch dies gelang nur durch einen radikalen Paradigmenwechsel. Arbeitete C\u00e9zanne, seinem ber\u00fchmten Diktum nach, parallel zur Natur, so die Pop-Art-K\u00fcnstler parallel zur zeitgen\u00f6ssischen Konsumkultur. Sie erkannten zugleich, dass die Auseinandersetzung damit nicht nur ein neues Themenspektrum, sondern vor allem eine entschiedene Neudefinition des k\u00fcnstlerischen Produzierens erforderte, die das traditionelle Handwerk transzendierte. Damit aber bewahrten sie eine f\u00fcr die Kunst wesentliche Voraussetzung, die \u00c4quivalenz von Dargestelltem und Darstellungsweise, Inhalt und Form. Diese \u00c4quivalenz manifestierte sich bei den Einzelnen in der Ausstellung vertretenen Protagonisten der Pop Art in einer spezifischen Weise, die nachfolgend schlaglichtartig beleuchtet wird.<\/p>\n<table>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" alt=\"Punkt Konsumgut in der Kunstwelt\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/punkt.gif\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/pop-art-konsum-high-und-low-konzeptkunst\/\">Abschnitt I<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" alt=\"Pfeil Konsumgut in der Kunstwelt\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pfeil.gif\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/claes-oldenburg-the-store-geschichte-der-skulptur\/\">Abschnitt II<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/the-american-supermarket-campbells-soup-can-christo-store-front\/\">Abschnitt III<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/andy-warhol-werbegrafik-wayne-thiebaud-stilleben\/\">Abschnitt IV<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px\"><\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"20\" width=\"10\" alt=\"spacer\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px\"><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/konsumgut-deutsch.pdf\">Konsumgut in der Kunstwelt als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 2.019 KB)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konsumgut in der Kunstwelt als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 2.019 KB) Das Konsumgut in der Kunstwelt &#8211; Zur Para-\u00d6konomie der amerikanischen Pop Art in: Shopping. 100 Jahre Kunst und Konsum, hrsg. von Max Hollein und Christoph Grunenberg, Katalog Schirn Kunsthalle Frankfurt\/M., Ostfildern-Ruit 2002, S. 148-153. 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