{"id":137,"date":"2007-11-11T10:36:13","date_gmt":"2007-11-11T08:36:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/clyfford-still-claude-monet-subjekt-welt-beruehrung\/"},"modified":"2007-11-11T10:36:13","modified_gmt":"2007-11-11T08:36:13","slug":"clyfford-still-claude-monet-subjekt-welt-beruehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaelluethy.de\/scripts\/clyfford-still-claude-monet-subjekt-welt-beruehrung\/","title":{"rendered":"Clyfford Still Claude Monet Subjekt Welt Ber&#252;hrung"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\"><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/claude-monet-clyfford-still.pdf\"><font face=\"arial\" size=\"1\">Zur \u00c4hnlichkeit zwischen Claude Monet und Clyfford Still als Druckversion (PDF mit Abb. u. Fn. 1.417 KB)<\/font><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"10\" height=\"20\" alt=\"spacer\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" \/><\/p>\n<h2>Selbstbild oder Weltbild? Zur \u00c4hnlichkeit zwischen Claude Monet und Clyfford Still<\/h2>\n<p><small>in: Monet \u2026 bis zum digitalen Impressionismus, Katalog Fondation Beyeler, M\u00fcnchen\/New York 2002, S. 180-189.<\/small><\/p>\n<h3>Abschnitt IV<\/h3>\n<p>Es w\u00e4re nun aber verfehlt, die unterschiedlichen Lesarten von Monets und Stills &#8222;Abstraktheit&#8220; als richtig oder falsch ausweisen zu wollen. Vereinseitigende Konstruktionen sind beide: sowohl Stills Produktionsperspektive, die seine Grossformate als mit Monet letztlich unvergleichbar erweist, wie auch Greenbergs Rezeptionsperspektive, die zwischen beiden die augen\u00f6ffnende \u00c4hnlichkeit entdeckt, die f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis und die Akzeptanz beider so entscheidend war. Dass sowohl die &#8222;existentialistisch-expressive&#8220; wie die &#8222;formalistische&#8220; Deutung des Abstrakten Expressionismus bis heute nebeneinander bestehen, deutet vielmehr darauf hin, dass nicht nur paradoxerweise beide &#8222;wahr&#8220; sind, sondern dass sie wom\u00f6glich einen Konvergenzpunkt besitzen.<br \/>\nEin Indiz daf\u00fcr ist der erstaunliche Effekt, dass Stills &#8222;Hier bin ich&#8220; in ein Bild m\u00fcndet, das in seiner wandartigen Ausbreitung eher als Darstellung der \u00e4usseren Natur erscheint und je nachdem als Klippen, Felsw\u00e4nde oder weite Ebenen lesbar wird, w\u00e4hrend Monets &#8222;Zeugnis&#8220; dessen, &#8222;was die Welt mir gezeigt hat&#8220;, zugleich zur Metapher eines inneren Fliessens, eines &#8222;Bewusstseinsstroms&#8220;, wird. Indem beide Maler \u2013 wenn auch auf unterschiedlichem Wege \u2013 die Differenz von Figur und Grund abbauen und die ganze Bildfl\u00e4che zum dicht bedeckten, horizontlosen Farbfeld werden lassen, bauen sie zugleich die Differenz von Innen und Aussen, Subjekt und Welt, Geist und Materie ab. Inneres und \u00c4usseres schlagen ineinander um, Monets aussengeleitete Natur-Malerei erscheint zugleich als Instrument inneren Begreifens, w\u00e4hrend Stills Innenschau ein unpers\u00f6nliches Aussen erzeugt. Diese Ambivalenz der entstehenden Bildfl\u00e4che liegt an der beschriebenen Notwendigkeit, Erfahrung ins Medium der Malerei zu \u00fcbersetzen, wenn sie zum Bild werden soll. Im Augenblick der \u00dcbersetzung \u2013 im Akt des Malens \u2013 wird die innere Erfahrung ent\u00e4ussert und die \u00e4ussere Erfahrung als &#8222;subjektiver&#8220; Ausdruck neu geschaffen.<br \/>\nDass Monets und Stills Malerei nur unterschiedliche Formen seien, dasselbe zu sagen, w\u00e4re so falsch wie zu behaupten, es sei gleichg\u00fcltig, ob die Ber\u00fchrung von Subjekt und Welt &#8222;impressionistisch&#8220; oder &#8222;expressionistisch&#8220; begriffen werde, das heisst ob die k\u00fcnstlerische Produktivit\u00e4t vom Ich oder von der Welt aus ansetze. Doch die eigentliche Pointe der \u00c4hnlichkeit zwischen Still und Monet liegt darin, die Fl\u00e4chen ihrer Bilder als &#8222;Medium&#8220; zu erkennen, wo beides sich ber\u00fchrt \u2013 so als st\u00fcnde das Bild, einer Membran gleich, zwischen Subjekt und Welt und werde von beiden Seiten her &#8222;beleuchtet&#8220;.<\/p>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/claude-monet-clyfford-still-nympheas-wirkungsgeschichte-new-york-school\/\">Abschnitt I<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/clyfford-still-selbstdarstellung-avantgarde-mythos\/\">Abschnitt II<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/clyfford-still-medium-clement-greenberg-impression-expression\/\">Abschnitt III<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" alt=\"Punkt Claude Monet und Clyfford Still\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/punkt.gif\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/scripts\/clyfford-still-claude-monet-subjekt-welt-beruehrung\/\">Abschnitt IV<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px\"><\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"10\" height=\"20\" alt=\"spacer\" src=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/img\/pixel.gif\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 15px\"><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/www.michaelluethy.de\/claude-monet-clyfford-still.pdf\"><font face=\"arial\" size=\"1\">Zur \u00c4hnlichkeit zwischen Claude Monet und Clyfford Still als Druckversion (PDF mit Abb. u. 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